Deutsche Aktien im Blickfeld
16.01.2013
Hohe Beschäftigung stabilisiert Konsum
Die deutsche Wirtschaft ist traditionell sehr exportorientiert. So erreichte der Export zwischen Januar und November 2012 nach Zahlen des Statistischen Bundesamts beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung um 4,3 Prozent. Zudem wurde die Umsatzgrenze von 1 Billion Euro, die 2011 erstmals erreicht wurde, im letzten Jahr bereits zu einem früheren Zeitpunkt geknackt.
Doch auch die Binnennachfrage ist ein immer wichtigerer Faktor für die deutsche Wirtschaft. Hierbei mehren sich die Zeichen, dass die Inlandsnachfrage auf einem hohen Niveau verbleibt. So notierte beispielsweise der Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung im November 2012 auf dem höchsten Stand seit dem Herbst im Jahr 2007. Positiv für die Konsumbereitschaft wirken sich besonders die folgenden Faktoren aus:
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höhere Lohnabschlüsse: In vielen Branchen wurden bei den letzten Tarifverhandlungen teilweise deutlich höhere Lohnabschlüsse erzielt. Dies führt zu einer größeren Konsumbereitschaft in weiten Teilen der Bevölkerung.
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niedrige Realzinsen: Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank sind die Zinsen für Kapitalanlagen stark gefallen. Bei vielen Anlageformen wie dem Tages- oder Festgeld können kaum mehr Gewinne erzielt werden, da sich die Zinsen unter der Inflationsrate bewegen. Die normalerweise stark ausgeprägte Sparneigung vieler Deutscher wird dadurch abgeschwächt und begünstigt ebenfalls das Konsumverhalten.
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hohe Beschäftigungszahlen: In Deutschland zeigt sich der Arbeitsmarkt in einer gefestigten Verfassung. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnete bei den Arbeitslosenzahlen für das Jahr 2012 einen Jahresdurchschnitt von 2,89 Millionen. Weniger Menschen ohne Arbeit gab es zuletzt im Jahr 1991. Die Arbeitslosenquote notiert aktuell bei 6,7 Prozent, ein Wert, der in Europa lediglich von Luxemburg und Österreich noch unterboten wird. Eine hohe Anzahl von Menschen in Arbeit fördert selbstverständlich ebenfalls die Konsumbereitschaft.
Euro-Krise als Risiko
Trotz aller positiven Rahmenbedingungen in Deutschland, bleibt als Gefahr für viele deutsche Aktien die Euro-Krise auch weiterhin bestehen. Schon heute zeichnen sich die Risiken hierdurch in vielen Branchen ab. So mussten beispielsweise deutsche Autobauer beim Absatz in schwer gebeutelten Ländern wie Spanien Einbußen verzeichnen. Ob die Absatzmärkte in den Schwellenländern oder in den USA die Verluste ausgleichen werden, kann mit Bestimmtheit für viele Exportbranchen in Deutschland noch nicht prognostiziert werden. Aus diesem Grund bietet es sich auch an, dass man bei einem eventuellen Investment in deutsche Werte auf eine gute Verteilung von Export-Firmen und Unternehmen mit einer Ausrichtung auf den heimischen Absatzmarkt zurückgreift.
Fondsbeispiel für Investment in Deutschland
Ein Aktienfonds, der gezielt in deutsche Werte investiert und dabei auch einen hohen Anteil an Konsumaktien besitzt, ist der DWS Deutschland (WKN: 849 096). Der Fonds erzielte in der Rückschau für 1 Jahr einen Zugewinn von rund 31 Prozent. Auch in der langfristigen Rückblende von 10 Jahren fällt der Kurszuwachs mit etwa 240 Prozent sehr gut aus.

Große Werte im Fokus
Bei der Auswahl der rund 700 deutschen Aktien, die für das Portfolio des Aktienfonds in Frage kommen, konzentriert sich das Fondsmanagement vor allem auf substanzstarke deutsche Standartwerte aus dem DAX. Daneben erfolgt eine flexible Beimischung von mittleren und kleineren Unternehmen aus Deutschland. Wichtig für die Entscheidungsfindung zur Auswahl der Aktien ist beispielsweise, dass die fundamentalen Unternehmensdaten wie Verschuldungsgrad und Eigenkapitalquote positiv bewertet werden. Zudem sollte der Aktienpreis beim Kauf noch nicht komplett das eigentliche Potential des Unternehmens spiegeln.
Am stärksten ist aktuell das Unternehmen BASF gewichtet, gefolgt von ebenfalls sehr bekannten Namen wie Bayer, SAP und Allianz. Beim Blick auf die Branchen erkennt man wiederum, dass der Konsumbereich bei der Verteilung der Werte im Fonds an der ersten Stelle vertreten ist.

Fondsdaten des DWS Deutschland
• Fondswährung: Euro
• Auflagedatum: 1993
• Fondsart: Thesaurierend
• Verwaltungsvergütung: 1,4 %
• Ausgabeaufschlag: bis 5 %
• Fondsvolumen: 2,74 Milliarden Euro
Fazit
Der deutsche Aktienmarkt hat sich seit dem Ausbruch der Euro-Krise wacker gehalten. Im Vergleich zu anderen Börsen in Europa lässt sich für 2012 zum Beispiel beim DAX ein Plus von rund 29 Prozent feststellen. Auch für 2013 stehen die wirtschaftlichen Zeichen überwiegend gut. Vor allem der stabile Arbeitsmarkt in Deutschland sollte die Binnennachfrage stärken. Wer nicht nur auf den traditionell sehr guten Exportbereich der deutschen Wirtschaft setzen möchte, kann auch den Bereich des Konsums durch Aktienfonds abdecken, die wie der vorgestellte Fonds beide Gebiete miteinander verbinden. Als Risiko muss aber auch für 2013 vorerst weiter die Euro-Krise beachtet werden. Ein weiterer wirtschaftlicher Niedergang in Staaten wie Spanien oder zunehmend sogar in Frankreich, immerhin der zweitgrößten Volkswirtschaft in Europa, würde die Konjunktur in der Exportnation Deutschland negativ beeinflussen.